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Zielorientiert und offen für neue Wege

Dr. Joachim Rückle wurde am Mittwoch, 13. Februar, in der Reutlinger Marienkirche feierlich in sein Amt als Geschäftsführer des Diakonieverbands eingesetzt


„Das muss schon was Besonderes sein, wenn in der Mitte der Woche hier so viele Menschen zusammenkommen“, betonte Dekan Marcus Keinath in der Reutlinger Marienkirche. Und so war es auch, denn: Anlass für den Festgottesdienst am Mittwochabend war die Einsetzung, also die Investitur, von Pfarrer Dr. Joachim Rückle ins Amt des neuen Geschäftsführers des Reutlinger Diakonieverbands.

Geboren wurde Rückle nach seinen eigenen Worten im Jahr 1967 in Hessigheim, einem kleinen Weinort zwischen Lauffen und Marbach am Neckar. Er studierte in Tübingen, Erlangen und Jerusalem Theologie, hat laut Andreas Bauer (Sozialdezernent des Landkreises) „eine psychotherapeutische Zusatzausbildung absolviert“, dazu „Leitungs- und Managementerfahrung beim Diakonischen Werk in Stuttgart gesammelt“, hob Bauer in seinem Grußwort über den neuen Reutlinger Diakonieverbands-Geschäftsführer hervor. Zuvor aber hatte Pfarrer Rückle acht Jahre lang in Pliezhausen eine Kirchengemeinde betreut.

„Christliche Nächstenliebe, soziale Gerechtigkeit, selbstbestimmte Teilhabe und weltweite Solidarität“, bezeichnete Joachim Rückle als grundlegende Werte und Überzeugungen in der diakonischen Arbeit. „Die notwendige Achtung der Menschenwürde, unabhängig davon wo ein Mensch herkommt und wie er lebt“, seien unabdingbar. Ausgangspunkt für diese Äußerung war der Predigttext (Lukas 10, 25-37), in dem ein Samariter sich als Einziger um einen geschlagenen, verletzten Menschen kümmerte und ihn einem Gastwirt zur Pflege übergab. Sowohl Samariter wie auch Gastwirte waren zu Jesu Zeit bei Juden nicht gut angesehen – Samaritaner galten als Fremde und Feinde, Gastwirten wurde eine enge Verbindung zur Prostitution nachgesagt. Übertragen auf die heutige Zeit verwies der neue Geschäftsführer während seiner Predigt in der Marienkirche auch auf die Kampagne der Liga der freien Wohlfahrt, auf „Menschlichkeit und Toleranz, kurz MuT“ und rief zur Teilnahme auf.

In seinen Anfangsworten „outete“ sich Joachim Rückle, der schon seit acht Jahren in Reutlingen lebt, zudem als passionierten Radfahrer. Dabei sei er „zielorientiert unterwegs und erprobe gerne neue Wege“, wie er am Mittwochabend berichtete. Zudem betreibe er „permanentes Risikomanagement, mein Fahrstil ist umsichtig und stets den jeweiligen Verhältnissen angepasst“, betonte Rückle – und meinte damit offensichtlich nicht nur seinen Radfahrstil.

Während des feierlichen Gottesdienstes in der Marienkirche setzten Prälat Dr. Christian Rose und Oberkirchenrat Dieter Kaufmann den neuen Geschäftsführer des Diakonieverbands offiziell in sein neues Amt ein. „Damit wird Ihnen eine besondere Verantwortung auferlegt“, sagte Rose. „Alle sollen mithelfen, dass er seinen Dienst erfüllen kann“, forderte Kaufmann nicht nur Rückles Mitarbeiter, sondern auch kooperierenden Institutionen, Verwaltungen und Behörden auf, die Aufgaben des Diakonieverbands weiterhin zu unterstützen.

Reutlingens Sozialbürgermeister Robert Hahn etwa lobte „die vielfältigen Dienste des Diakonieverbands, die unverzichtbar in der Stadt sind“. Dabei sei „jeder Cent, den die Stadt in die diakonische Arbeit investiert, gut angelegt“. Hahn äußerte aber auch die Bitte an Joachim Rückle „weiterhin sozialpolitische Impulse zu setzen“. Und Andreas Bauer ergänzte: „Der Diakonieverband ist ein wichtiger Partner für die Städte und Gemeinden im Landkreis.“ Wichtig sei die Rolle des Verbands aber auch deshalb, weil „die Schere in der Gesellschaft immer weiter auseinander geht – die Schere zwischen Arm und Reich, zwischen Jung und Alt, zwischen denen, die schon länger hier sind und denen, die neu ankommen“, so Bauer. „Wir müssen alle für den gesellschaftlichen Zusammenhalt sorgen.“

Wolfgang Budweg vom „Forum Diakonie“ verwies in seinem Grußwort auf die „vielfältigen Aufgabenbereiche, mehrere Tausende Menschen nutzen unsere Angebote“. Nach dem offiziellen Gottesdienst ging es über zum geselligen Beisammensein im Chor der Marienkirche und eben zu den Grußworten. Dr. Joachim Rückle sagte abschließend „Danke“. An diesem Abend seien „ganz viele Menschen hier, die die Welt besser machen wollen“. Dem war schlussendlich nichts mehr hinzuzufügen.

(Der Großteil des Artikels erschien am Freitag, 15. Februar 2019, in den Reutlinger Nachrichten und im Reutlinger General-Anzeiger)

Die gesamte Predigt von Dr. Joachim Rückle können Sie sich Initiates file downloadhier herunterladen.