Home | Seitenübersicht | Kontakt

Detail View

Reutlingen als "Sicherer Hafen"

Seebrücke Reutlingen-Tübingen übergibt am Donnerstag 1000 Unterschriften an Bürgermeister Robert Hahn

Die Aktiven der Seebrücke Reutlingen-Tübingen haben zusammen mit den Arbeitskreisen Flüchtlinge vor wenigen Tagen eine Liste mit 1000 Unterschriften an Bürgermeister Robert Hahn übergeben. Zuvor hatte die Initiative bereits einen Brief an OB Barbara Bosch wie auch an Landrat Thomas Reumann geschrieben. In diesem Brief wurden nach den Worten von Ines Fischer sowohl die Stadt wie auch der Landkreis gebeten, sich – angesichts der menschenverachtenden Situation im Mittelmeer – für die Aufnahme zusätzlicher Flüchtlinge auf Landes- und Bundesebene stark zu machen.

Bislang haben schon 38 andere Städte sich derart zu „Sicheren Häfen“ erklärt, um damit die Bereitschaft zur Aufnahme von zusätzlichen Geflüchteten zu verdeutlichen. „Reutlingen könnte die 40. Stadt sein“, sagte Markus Groda als Sprecher der Reutlinger Seebrücke. Mit der Unterschriftenliste übergab Asylpfarrerin Fischer einen Rettungsring an Robert Hahn – der Ring stammte noch aus einer Aktion von Pro Asyl von vor zehn Jahren. Damals wurde das gleiche Ziel verfolgt: Flüchtlinge vor dem Tod zu retten. Hahn sagte, dass er sowohl das Anliegen wie auch die Liste an OB Bosch und den Gemeinderat weitergeben werde. Persönlich wolle „er den Europa- und Bundespolitikern aber nicht vorschreiben, wie sie ihre Arbeit zu tun haben“, sagte der Bürgermeister. „Es geht hier rein um ein humanitäres Anliegen“, entgegnete Gottfried Ohnmacht-Neugebauer. Dass die Seenotrettung der EU eingestellt wurde und private Schiffe mit Flüchtlingen an Bord europäische Häfen nicht mehr anlaufen dürfen, „das widerspricht einigen Gesetzen“, betonte der Seebrücken-Aktivist. Hahn blieb bei seiner Darstellung. „Jetzt hoffen wir halt auf die Fraktionen im Gemeinderat, die wir alle schon informiert hatten“, sagte Ines Fischer.

(Artikel im Reutlinger General-Anzeiger am 11. Feb. 2019)

<