26.03.2009 14:03 Alter: 3 yrs

Suchtarbeit wächst

Der Diakonieverband Reutlingen steigt in die die Suchtberatung im Landkreis Tübingen ein – vorbehaltlich von Beschlüssen in den Gremien, die erst in den nächsten Monaten anstehen. Den Weg dafür ebnet ein Beschluss Bezirkssynode des Evangelischen Kirchenbezirks Tübingen vom Montag, 23. März. Danach überträgt der Kirchenbezirk Tübingen die Suchtberatungsstelle des Diakonischen Werks Tübingen zum 1. Januar 2010 an den Diakonieverband Reutlingen.


Bereits im Sommer 2009 soll die auf Alkoholkranke spezialisierte evangelische Suchtberatung gemeinsam mit der Drogenhilfe des Baden-Württembergischen Landesverbandes für Prävention und Rehabilitation (BWLV) in neue Räume umziehen. Standort wird das Gebäude Im Kupferhammer 5 in der Tübinger Weststadt sein.

 

Die Kooperation ihrer Suchtberatung mit dem BWLV hatte die Tübinger Bezirkssynode bereits im vergangenen Jahr beschlossen. Der Bezirkssynodale Siegfried Hoch als Verhandlungsführer des Kirchenbezirks begründete diesen Schritt mit einem besseren Beratungsangebot für die Klienten, die auch mit unterschiedlichen oder gar multiplen Suchterkrankungen künftig eine einzige umfassend kompetente Beratungsstelle aufsuchen könnten. BWLV-Geschäftsführer Thomas Bader wies darauf hin, dass so auch in Tübingen gemischte ambulante Rehagruppen für Drogen- und Alkoholkranke angeboten werden könnten.

 

Die Sozialdezernentin des Landkreises Tübingen, Ulrike Dimmler-Trumpp, zeigte sich in ihrer Stellungnahme „sehr erfreut“ über die geplante Kooperation und versicherte, der Landkreis werde seine Zuschüsse nicht zurückfahren. Für die zwei Personalstellen in der psychosozialen Beratungsstelle und der ambulanten Behandlungsstelle des Diakonischen Werks Tübingen gewährt der Landkreis einen jährlichen Zuschuss in Höhe von 50 Prozent der Personal- und Sachkosten. Die neue gemeinsame Beratungsstelle wird mit insgesamt 7,1 Personalstellen für Beratungsfachkräfte und einer Dreiviertel-Verwaltungsstelle ausgestattet sein.

 

Neu ist die Übertragung der evangelischen Suchtberatung an den Diakonieverband Reutlingen, der die Kooperation mit dem BWLV ab 2010 fortführen wird. Siegfried Hoch begründete diesen Schritt unter anderem mit einer neuen Verwaltungsvorschrift, nach der jede Suchtberatungsstelle mindestens drei Fachkraftstellen haben müsse; diese Vorgabe könne das Diakonische Werk Tübingen nicht erfüllen. Aus der finanziellen Verantwortung zieht sich der Evangelische Kirchenbezirk mit der Übertragung der Trägerschaft an den Diakonieverband Reutlingen gleichwohl nicht zurück: Der Diakonieverband, zu dem die Kirchenbezirke Reutlingen, Bad Urach, Münsingen und Tübingen gehören, erhält vom Kirchenbezirk Tübingen künftig einen Beitrag von 0,8 Prozent der Kirchensteuerzuweisung an die 46 Bezirkskirchengemeinden; im Jahr 2010 werden dies rund 60.000 Euro sein.


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