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"Keep it small and simple" oder - "bloß nicht verzetteln"

Verbandsversammlung des Reutlinger Diakonieverbands hat am 10. April Dr. Joachim Rückle zum neuen Geschäftsführer gewählt. Günter Klinger geht Ende Januar in Ruhestand.


Es ist vollbracht, könnte man sagen. „Die Auswahl an Bewerbern war nicht üppig, wir sind aber sehr froh, mit Dr. Joachim Rückle einen qualifizierten Nachfolger für den jetzigen Geschäftsführer des Reutlinger Diakonieverbands gefunden zu haben“, betonten Gabriele Beier und Dekan Michael Karwounopoulos unisono bei der Vorstellung des „Neuen“ gegenüber den Medien. Wobei Rückle so neu ja gar nicht ist. Zumindest nicht in Reutlingen: „Ich wohne seit fast acht Jahren hier, weil ich zuvor Pfarrer in Pliezhausen war und meine Kinder in Reutlingen zur Schule gehen“, sagte der 50-Jährige, der in Besigheim, einer Weingemeinde im Kreis Ludwigsburg, geboren wurde.

An der Achalm fühle er sich sehr wohl, sei auch öfter mit dem Fahrrad auf der Schwäbischen Alb unterwegs, einer Gegend, die Rückle sehr schätze. Die vergangenen sieben Jahre war er beruflich allerdings in Stuttgart tätig: Beim Diakonischen Werk Württemberg leitete er die Abteilung „Theologie und Bildung“, wo der Pfarrer bereits Führungsverantwortung übernommen hatte und seine Rolle als Querschnittsabteilung sah: „Wir haben überall ein bisschen mitgemischt.“ Ähnlich empfinde er auch seine neue Funktion beim Reutlinger Diakonieverband: Die Vielfalt der Beratungsangebote und der Aufgaben, die dort anfallen, reizen Joachim Rückle, der im Übrigen zum Thema Freiwillige und Ehrenamt promovierte.

„Ich bezeichne mich als Spezialist für den Zusammenhang“, betonte der theologische Dr. angesichts der immer weiter um sich greifenden Spezialisierung in allen Lebensbereichen. Ihm liege die „interdisziplinäre Arbeit“ und er freue sich insbesondere über die zahlreichen ehrenamtlich Engagierten, die sich im gesamten Kreis Reutlingen um die Geflüchteten sorgen und kümmern.

Grundsätzlich habe Dr. Joachim Rückle zu einem Lebensmotto gefunden, das er kurz „kiss“ nennt, was für „keep it small and simple“ stehe. Die Erklärung? „Es gilt, sich nicht zu verzetteln und die große Vielzahl der Aufgaben gut hinzubekommen.“ Wichtig sei dabei aber immer die „Basisnähe und die Erdung“ – schließlich funktioniere weder Kirche noch Diakonie ohne den persönlichen Kontakt zu den Menschen.

Dr. Joachim Rückle wird seine neue Stelle beim Reutlinger Diakonieverband am 1. Januar kommenden Jahres antreten. Einen Monat lang ist Günter Klinger dann noch vor Ort, um seinen Nachfolger in die Besonderheiten der Arbeit einzuführen. Rückle habe seinen eigenen Worten nach eine psychotherapeutische Zusatzausbildung gemacht – „der Beratungskontext ist mir also vertraut“, so der 50-Jährige, der zwei Kinder hat sowie eine Ehefrau, die in Tübingen arbeitet. Für Rückles neue Funktion sei ein „gewisses Maß an Fachkenntnis notwendig in oft auch schwierigen Fragen“, wie er selbst betonte. „Niemand weiß, wie sich das Soziale weiter entwickelt.“ Abzulesen sei das beispielsweise an der Pflege: „Es gibt eine Spirale nach unten, wenn die Wertschätzung für einen Bereich fehlt“, betonte der neue Geschäftsführer. Grundsätzlich sei es eine „gesamtgesellschaftliche Aufgabe, das Soziale zu gestalten“.