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Öffnungszeiten:
Rat und Tat“ im Trochtelfinger Rathaus jeden Dienstag zwischen 9 und 12 Uhr sowie von 14 bis 16 Uhr. Dorothea Durben-Brabender ist jeweils Mittwochvormittags im Rathaus erreichbar. Unter der Email-Adresse anna.schmierer[at]kirche-reutlingen.de können Termine vereinbart werden.

 

 

Hilfe und Unterstützung für alle

Rat und Tat in Trochtelfingen hat vor 1,5 Jahren die Arbeit aufgenommen und zieht ein positives Zwischenfazit
Von Norbert Leister

 

„Wir schätzen die Arbeit der Diakonie und der Beratungsstellen in Reutlingen sehr, es ist aber aufwendig und mühsam, wegen allem in die Stadt runterfahren zu müssen“, sagte Pfarrer Martin Rose am Mittwochnachmittag, an dem er sich doch wieder hinab ins Tal begeben hat. Anlass dafür war ein Pressegespräch, zu dem der Diakonieverband Reutlingen geladen hatte, um auf die Erfahrungen der vergangenen 1,5 Jahre mit dem Projekt „Rat und Tat in Trochtelfingen“ einzugehen.

„Vor etwa zwei Jahren hatten wir überlegt, dass zwar in den städtischen Regionen im Landkreis Reutlingen die Infrastruktur mit Beratungsdiensten, Asyl- und Flüchtlingsunterstützung ganz gut ist, im ländlichen Raum hapert es aber“, sagte Günter Klinger. Zusammen mit Pfarrer Rose und der Sozialarbeiterin Anna Schmierer seien deshalb in Trochtelfingen die Frage aufgeworfen worden, „wo macht es denn Sinn, so eine niederschwellige Beratungsstelle wie in Zwiefalten, in Betzingen oder auch im Reutlinger Stadtteil Hohbuch zu installieren“, so der Geschäftsführer des Diakonieverbands.

Bei Gesprächen mit dem damaligen Trochtelfinger Bürgermeister und Hauptamtsleiter hätten beide Interesse und Entgegenkommen signalisiert, „es war aber klar, dass es eine Beratungsstelle für alle sein müsste, nicht allein für Flüchtlinge“, erinnerte sich Rose. „Gesagt, getan – vor 1,5 Jahren ging Rat und Tat in Betrieb“, so der Pfarrer. Unter dem Motto „Zuhören, mitdenken, beraten, unterstützen“ begann das niederschwellige Angebot im Herbst 2016 in Räumlichkeiten des Rathauses. Und das sei laut Schmierer auch gut so, denn ins Rathaus könne man ganz unverfänglich gehen – ohne dass gleich die ganze Gemeinde wisse, dass man den Rat der professionellen Sozialarbeit benötige.

Drei Bereiche decken Anna Schmierer, Bianca Hölz und seit dem 1. April auch Dorothea Durben-Brabender ab: Schmierer ist für Migrations- und Sozialberatung zuständig, die beiden anderen Damen stehen hinter der Anlaufstelle für Geflüchtete. Sowohl Hölz wie auch Durben-Brabender kamen aus der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit, führen diese auch weiter, einen Teil aber nun hauptamtlich. Gut und effektiv sei die Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirchengemeinde, „vergangene Woche etwa musste ein syrisches Kind zu einer Operation nach Reutlingen ins Krankenhaus, da half ein Anruf beim Pfarramt und wir hatten einen Fahrdienst organisiert“, sagte Schmierer.

Ebenfalls unkomplizierte Hilfe erhielten zwei Frauen, die beide in Rente kamen, beide ihren Lebenspartner verloren hatten und in Trochtelfingen wenige Kontakte hatten. „Uns ist es gelungen, beide Frauen zusammenzubringen, sie planen jetzt eine gemeinsame Busreise“, sagte die Sozialpädagogin. Zu den Klienten des Büros würden aber auch zahlreiche Migranten aus Rumänien, Bulgarien und Italien zählen. Und das vor allem, wenn es um die Zusammenarbeit mit Behörden, Schulen, Jobcenter, Ausbildung oder etwa um Fragen der Einbürgerung gehe.

Ein anderes Beispiel: Eine junge Frau mit zwei Kindern hatte ihren Mann durch Krankheit verloren und stand völlig hilflos vor Anna Schmierer, sie wusste nicht ein noch aus. Die Sozialpädagogin hatte die notwendigen Schritte eingeleitet, damit die Hilfesuchende Unterstützung erhielt. Nach den Worten von Pfarrer Rose sei es im Bereich der Hilfe für Geflüchtete schwieriger geworden: Nach der Ersthilfe „geht es jetzt darum, den Menschen Wohnungen und Arbeit zu vermitteln“. Jobs seien vor allem im Handwerk auf der Alb zwar kein Problem – sofern Mindestsprachkenntnisse vorhanden wären. Was weniger funktioniere sei die Bürokratie, „die macht’s uns oftmals schwer – aber wir machen weiter und geben nicht auf“, so Rose.

 

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Geöffnet hat „Rat und Tat“ im Trochtelfinger Rathaus jeden Dienstag zwischen 9 und 12 Uhr sowie von 14 bis 16 Uhr. Dorothea Durben-Brabender ist jeweils Mittwochvormittags im Rathaus erreichbar. Unter der Email-Adresse anna.schmierer[at]kirche-reutlingen.de können Termine vereinbart werden.