Von: Norbert Leister
Ehrenamtsfest
Den Zeitungsartikel zum Ehrenamtsfest in der Dottinger Föhrenberghalle am Samstag, 8. Okt. 2011 gibt es hier, jede Menge Bilder finden Sie in der Bildergalerie (unter "Diakonieverband Reutlingen")
Für Andere Licht in der Finsternis
Dottingen. "Ohne Sie wären zahlreiche Projekte und Initiativen gar nicht möglich", dankte Günter Klinger am Samstag rund 180 Freiwilligen, die sich unter dem Dach der Diakonie in zahlreichen Bereichen engagieren.
Insgesamt rund 450 Aktive bringen sich zum Teil schon seit vielen Jahren in diakonische Bereiche ein, wie etwa die Reutlinger Vesperkirche, in die vier Tafelläden in Münsingen, Bad Urach, Metzingen und Reutlingen, in die Kleiderläden, eine Internationale Frauengruppe, als Suchtkrankenhelfer, engagieren sich beim Donnerstags-Club, im Trauercafé und in einigen mehr. Ohne all diese Ehrenamtlichen wäre nach den Worten von Günter Klinger als Geschäftsführer des Reutlinger Diakonieverbands all das "nicht möglich und deshalb feiern wir Sie heute".
Es war das zweite Ehrenamtsfest, das erste hatte vor genau fünf Jahren ebenfalls in der Föhrenberghalle in Dottingen seinen Platz gefunden. Wie damals waren auch dieses Mal wieder alle drei Dekane aus dem Reutlinger Landkreis vertreten ebenso wie Münsingens Bürgermeister Mike Münzing und Landrat Thomas Reumann sowie einige Hauptamtliche des Diakonieverbands, die all jene Initiativen und Gruppen begleiten. Haupt- und Ehrengäste waren aber die Ehrenamtlichen: "Durch Ihren Dienst geht in der Finsternis anderer Menschen ein Licht auf", betonte Dekan Michael Scheiberg.
Als kleinen symbolischen Dank überreichten die Dekane und Günter Klinger Rosen an alle anwesenden Ehrenamtlichen. Ein Abendessen sowie der Auftritt des Bad Uracher Swing Chors mit "Highlights aus der Handtaschenrevue" sollten weiterhin an diesem Nachmittag und Abend Anerkennung und Belohnung für den uneigennützigen Einsatz der Ehrenamtlichen ausdrücken. Zuvor allerdings gab es noch jede Menge gute Worte von einigen Seiten. Wie etwa von Landrat Reumann: "Wir wollen keine Gesellschaft, in der nur das Monetäre zählt", sagte er in seinem Grußwort. Vielmehr müsse das Ehrenamt von politischer Seite aus gezielt gefördert werden - es dürfe aber keinesfalls "nur als Ressource für Lücken gesehen werden".
Mike Münzing hob noch einen anderen Aspekt in seinem Grußwort hervor: Das ehrenamtliche Engagement all der Menschen dürfe nicht als reines Ableisten von Einsatzstunden gesehen werden. "Es geht hier um Zuwendung, um menschliche Nähe, um ein Lächeln." Egal, ob in der Vesperkirche, in den Tafelläden oder in den zahlreichen anderen Gruppen und Initiativen.
Auch Münsingens Bürgermeister drückte seinen Dank an die Ehrenamtlichen aus: "Ihr Engagement macht unsere Gesellschaft so bunt und vielfältig." Am besten wäre es ja, wenn all die Gruppen und Initiativen nicht mehr nötig wären - "was aber leider illusorisch ist". Dekan Harald Klingler aus dem Kirchenbezirk Urach betonte: "Diakonie ist das Aushängeschild der Kirche in der öffentlichen Wahrnehmung - und Sie als Ehrenamtliche setzen Diakonie in den Gemeinden um."
Bevor Werner Opitz als Vorsitzender des Diakonieverbands Reutlingen die Ehrung und das Engagement all der Freiwilligen in ihren Gruppierungen mit seinen erläuternden Worten begleitete, richtete Dr. Günter Banzhaf vom Diakonischen Werk Württemberg noch das Wort an die Ehrenamtlichen: "Die Bedeutung für Andere macht unser Menschsein aus", bekräftigte Banzhaf.
Dabei sollte sich niemand überfordern: "Achten Sie bei allem Engagement auf sich selbst - Sie können nicht die ganze Welt retten", hob er mit seinen Worten mahnend den symbolischen Zeigefinger. "Wer solidarisch mit Anderen lebt, soll das heiter tun."
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