Mentorenprogramme

Die Hauptschule ist da, ihren Schulabgängern einen Ausbildungsplatz zu vermitteln – eigentlich. Die Realität sieht leider nicht so rosig aus. Im Gegenteil, Hauptschüler werden oftmals stigmatisiert, gelten schon vor dem Start ins Erwachsenenleben als Verlierer. Die Zahlen: Lediglich etwa 15 Prozent der Hauptschüler bekommen einen Ausbildungsplatz, weitere 15 Prozent gehen leer aus, brechen teilweise sogar die Schule ab. Das Gros der jungen Männer und Frauen – 70 Prozent -besuchen eine weiterführende Schule - für manche nur die letzte Warteschleife vor der Jugendarbeitslosigkeit. Etwa ein Viertel aller Hauptschüler landet direkt bei Sozialhilfe und Hartz IV.
Viele Jugendliche sehen deshalb in ihrem Dasein keinen Sinn mehr und machen auf sich aufmerksam, indem sie sich Scheinwelten aufbauen, zum Teil aber auch in Gewalttätigkeit oder Drogenkonsum flüchten.

Der Diakonieverband Reutlingen möchte vor Ort – an der Basis, da wo es möglich ist und Menschen bereit sind, sich ehrenamtlich einzubringen - Hauptschüler auf ihrem Weg begleiten, ihnen Mut machen, ihr Selbstbewusstsein stärken und ihnen Perspektiven aufzeigen.

Inzwischen engagieren sich – unterstützt und/oder unter dem Dach des Diakonieverbandes - Freiwillige an mehrere Schulen im Landkreis Reutlingen – in der Regel beginnend bei Achtklässlern - als Jobpaten und Mentoren:

Männer und Frauen, die sich für die Mentorenarbeit interessieren, sind immer herzlich willkommen.

Wen wir suchen:
  • Menschen, die sich für die gemeinsame Zukunft mit den Jugendlichen engagieren

  • Menschen, die Jugendliche zu Bewerbungen motivieren

  • Männer und Frauen, die Jugendlichen Horizonte in der Bewerbungsphase eröffnen, ihnen Entscheidungshilfen anbieten, mit ihnen Berufsmöglichkeiten sondieren

  • Menschen, die Jugendliche zur Bewerbung fit machen, Hilfe leisten beim Herstellen von Kontakten zu Ausbildungsbetrieben, mit ihnen das Vorstellungsgespräch vorbereiten – und einfach Ansprechpartner sind, die junge Menschen und ihre Situation ernst nehmen

  • Menschen, die sich Zeit nehmen für wöchentliche Treffen mit einem mehreren SchülerInnen

  • Männer und Frauen, die bereit sind, Kontakt mit den Klassenlehrern, der Schulsozialarbeit und Schulleitung herzustellen und Probleme zu diskutieren

Die Mentoren werden professionell auf ihre Arbeit vorbereitet und begleitet. Der Diakonieverband bietet eine Fortbildung an, die auf Themen wie Entwicklungspsychologie, soziokulturelle und sozioreligiöse Hintergründe oder Konfliktmanagement eingeht. Außerdem treffen sich die Mentoren etwa alle sechs bis acht Wochen unter Anleitung und tauschen sich aus.

Dem Diakonieverband ist der Vernetzungsaspekt der Arbeit sehr wichtig. Daher wird nicht nur mit der jeweiligen Schule kooperiert. Weitere Netzwerkpartner sind beispielsweise betroffene Kirchengemeinden, das Schuldekanat, aber auch Einrichtungen wie Ortsseniorenrat oder die Kommunalverwaltungen.

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