Beratung bei vorgeburtlichen Untersuchungen (Pränataldiagnostik)

Vorgeburtliche Untersuchungen sind mittlerweile zu einem selbstverständlichen Bestandteil der Schwangerenvorsorge geworden. Werdende Eltern wünschen sich ein gesundes Kind. Dieser Wunsch ist verständlich und mit modernen Methoden der Medizin, kann der gegenwärtige Gesundheitszustand des Embryos differenziert untersucht werden. Viele Schwangere vertrauen deshalb auf die pränatale Diagnostik und erhoffen sich vor allem Beruhigung und die Zusage, dass ihr Kind gesund sein wird.
Was ist jedoch, wenn das Ungeborene nicht den Maßstäben und Statistiken entspricht? Die Ängste, denen werdende Eltern ausgesetzt sind, wenn sie beispielsweise auf das Ergebnis einer Fruchtwasserpunktion warten, sind eine enorme Belastung in der Schwangerschaft.
In dieser Sorge und Furcht kann eine Beratung die Möglichkeit bieten, Probleme und Ängste auszusprechen, mit ihnen umzugehen und sich wieder zuversichtlicher und vertrauensvoller auf das eigene Kind zu freuen.
Psychosoziale Beratung bei Pränataldiagnostik versteht sich vor, während und nach vorgeburtlichen Untersuchungen als Ergänzung zur medizinischen Beratung. Die persönliche Lebenssituation der werdenden Eltern steht im Mittelpunkt.  

Unser Angebot

  • Beratung vor Pränataldiagnostik

Mit der Beratung vor Pränataldiagnostik möchten wir die Entscheidungskompetenz von betroffenen Frauen und Paaren für oder gegen eine Inanspruchnahme von Pränataldiagnostik stärken. Wir bieten die Möglichkeit an, in Ruhe Ängste und Sorgen zu äußern sowie die Vor- und Nachteile der vorgeburtlichen Untersuchungen abzuwägen und einen eigenen Standpunkt zu entwicklen. Wir begleiten die Auseinandersetzung mit möglichen Ergebnissen der Untersuchungen aber auch mit den möglichen Auswirkungen der Untersuchungen auf das Erleben der Schwangerschaft und die Bindung zu dem werdenden Kind. 
  
  • Beratung während und nach Pränataldiagnostik
Wir möchten Frauen und Paare beistehen, die auf das Ergebnis einer Untersuchung warten. Diese Zeit ist in der Regel geprägt von Angst, Verunsicherung und Sorge um das Kind. Die Foccusierung auf die Untersuchungen führt zu einer Überschätzung des Risikos, ein behindertes oder krankes Kind zu bekommen. Die Angst vor befürchteter Dauerbelastung, sozialer Ausgrenzung oder Gefährdung der persönlichen Lebensplanung führt nicht selten zu einer Abgrenzung vom eigenen Kind und zu einem vorläufigen Beziehungsabbruch. Wenn das Ungeborene wirklich eines der wenigen sein sollte, bei denen eine Behinderung oder genetische Erkrankung diagnostiziert wird, gibt es in der Regel keine pränatale Therapie. Bei anzunehmender großer gesundheitlicher oder seelischer Belastung der Schwangeren wird sich die Frage nach einem Schwangerschaftsabbruch stellen.
Eltern sind in einer solchen Erfahrung gelähmt von der Wucht und der Schnelligkeit des Erlebten. In der Beratung stehen sie mit ihren Gefühlen, der Trauer, Ängsten, Enttäuschungen und Hoffnungen im Mittelpunkt. Sie haben die Möglichkeit, sich mit der Situation auseinander zu setzen und sich ihrer ganz bewusst zu werden. Es ist Platz für den Abschied von Wünschen und bisherigen Vorstellungen.
Wir möchten die Eltern bei der Neuorientierung und der Umstellung auf die veränderten Lebensumstände unterstützen und begleiten sie bei der Suche nach Entscheidungen und Problembewältigungswegen.
Die Beratung kann dazu beitragen, Selbsthilfepotenziale und persönliche Stärken zu entdecken und den Betroffenen helfen, Unterstützungsmöglichkeiten und Hilfen in ihrem sozialen Umfeld zu finden. 
  • Unterrichtseinheiten zur ethischen Auseinandersetzung mit dem Thema Pränataldiagnostik
Um Jugendliche frühzeitig für das Thema Pränataldiagnostik zu sensibilisieren bieten wir Unterrichtseinheiten zum Thema Pränataldiagnostik im Rahmen des Ethik- oder Religionsunterrichtes an.
Die Beratungspraxis zeigt, dass vor allem die späte Auseinandersetzung mit diesem Thema problematisch ist.
Mädchen und Jungen, die noch nicht persönlich von der Angst um ein eigenes Kind betroffen sind, können sich ohne Druck und unbefangener mit den Fragen der Vor- und Nachteile der Pränataldiagnostik beschäftigen. Sie haben so die Möglichkeit, in der Auseinandersetzung Wissen und Werte zu entwickeln.

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